Umbau zweier Skyper auf Amateurfunk-Funkruf
Letztes Wochenende habe ich mich endlich mal wieder daran gemacht zwei Skyper auf Amateurfunk-Funkruf umzubauen und abzugleichen.
Für den Umbau gibt es bereits einige Seiten im Internet mit detaillierten Beschreibungen. Leider gibt es eine der interessantesten und ausführlichsten Seiten zum Skyperumbau von DL3SDW nicht mehr, aber Archive.org hilft zumindest teilweise weiter. Darüberhinaus bieten auch DH5YM und DK7TD sehr gute Umbauanleitungen.
Umbau
Für den Umbau benötigt man einen neuen 69,76458 MHz Quarz, mit dem der Skyper auf 439,9875 Mhz empfängt. Nach Öffnen des Skypers kann man die HF Platine leicht abheben. Als ersten werden Quarz und Oberflächenwellenfilter entlötet.
Insbesondere beim Oberflächenwellenfilter hilft eine, vorzugsweise elektrisch beheizte, Entlötsaugpumpe.
Nach dem Reinigen der Lötstellen wird anstelle des Oberflächenfilters eine Lötbrücke sowie der neue Quarz eingelötet. Außerdem müssen noch zwei Kondensatoren parallel zu SMD Spulen eingelötet werden. Auf der Unterseite wird direkt neben dem Quarz ein 15p Kondensator parallel zur Spule mit der Beschriftung R22J gelötet.
Auf der Oberseite wird ein ein 2p2 Kondensator parallel zur Spule mit der Beschriftung 33 gelötet.
Abgleich
Nach dem Aufstecken der HF Platine und Einlegen einer Batterie sollte sich der Skyper normal einschalten lassen. Für den Abgleich benötigt man ein Oszilloskop und einen Meßsender, der man mit 600 Hz frequenzmodulieren kann. Als Meßsender habe ich ein auf Amateurfunk umgebautes C-Netz-Mobiltelefon Siemens C5 verwendet, in das ein Funkrufcontroller µPSDrpc (AS637) der AATIS eingebaut ist. Nach Reduzierung der Sendeleistung und Anschluß einer Dummyload wird der Kalibriermodus eingeschaltet.
Zuerst erfolgt der Frequenzabgleich. Hierzu wird das Oszilloskop an eine Durchkontaktierung (siehe Markierung Pin 16) angeschlossen, an der das dekodierte Funkrufsignal anliegt. Trimmer CT2 wird so abgeglichen, daß das Rechtecksignal ein symmetrisches Tastverhältnis aufweist.
Bei Einstellung des Oszilloskops auf 0,1V/Einheit (bei Verwendung einer 10:1 Tastspitze) und 0,5ms ergibt sich folgendes Schirmbild:
Danach wird das Oszilloskop an eine weitere Durchkontaktierung (siehe Markierung Pin 12) angeschlossen und durch Abgleich des Trimmers CT1 der Eingangskreis auf maximalen Pegel abgestimmt.
Alternativ kann man auch die ZF (455kHz) auf maximalen Pegel abgleichen, hierzu verbindet man die Tastspitze mit dem Testpunkt direkt neben dem linken Ende der Antenne.
Bei Einstellung des Oszilloskops auf 10mV (wieder bei Verwendung einer 10:1 Tastspitze) und 2µs ergibt sich folgendes Schirmbild:
Ergebnis (Nachtrag)
Leider ließ sich im ersten Anlauf einer der beiden Skyper nicht abgleichen, da keine Reaktion am Meßpunkt zu erkennen war und das Signal an Pin 12 viel zu niedrig war. Auch der andere Skyper war nicht ausreichend empflindlich.
Heute (25.3.) habe ich beide Skyper noch einmal auseinandergenommen und mit der Lupe untersucht. Und ich habe – Oh Wunder! – noch einige Lötzinnreste gefunden, da wahrscheinlich beim Entlöten von Oberflächenwellenfilter und Quarz entstanden sind. Danach ließen sich beide Skyper problemlos abgleichen… Fazit: Kaum macht man es richtig, schon klappt es!
